Lottas Geburt

Ich wollte unbedingt eine so natürliche Geburt wie möglich und habe mich deshalb mit HypnoBirthing vorbereitet, da mich der Ansatz angesprochen hat. Es kam dann einiges anders als geplant – aber Naturereignisse kann man schlecht planen ;).

Ich habe ca. in der 33. Woche mit den Entspannungsübungen angefangen und diese dann regelmäßig bis zum Geburtstermin gemacht. Zusätzlich machten mein Mann und ich zum Geburtstermin hin verschiedene Vertiefungsübungen, wie Anker setzen. In der 33. Woche war unsere Lotta in Beckenendlage und meine Hebamme meinte, dass Entspannung dabei helfen könnte, dass sich das Baby dreht - ein guter Ansporn also, um regelmäßig in die Entspannung zu gehen. Im Endeffekt ließen wir dann eine (erfolgreiche) externe Wendung machen, weil das KH wo ich entbinden wollte, und die normalerweise auch Geburten in BEL machen, zum Zeitpunkt unseres Geburtstermines nur Kaiserschnitt bei BEL vornahmen.

Wir überschritten den Geburtstermin um 13 Tage – ich hatte zwar immer wieder Wehen aber richtige Geburtswehen wollten sich nicht einstellen. Wir versuchten jede mögliche natürliche Methode (Nachtkerzenölkapseln, Nelkenöltampons, Heublumendampfbäder, Schüssler Salze, Einlauf, Akupunktur, …) aber der Funke sprang nicht über. So versuchten wir es am GT+12 mit einer Ballon-Einleitung (nicht medikamentös) im KH. Diese dehnte zwar den Muttermund auf 2-3cm aber es stellten sich auch keine dauerhaften Geburtswehen ein. Daraufhin wurde ich am GT+13 mit Prostaglandin-Bändchen eingeleitet. Die eingeleiteten Wehen stellten sich schon nach 30min ein und waren schon nach ca. einer halben Stunde im 2-3 Minutentakt, dann im Minutentakt, und waren recht heftig, sodass ich bald darum bat, in einen Kreissaal mit Badewanne zu dürfen. Dort waren die Wehen dann gut zu veratmen – ich verwendete die Ruhe- und die langsame Atmung und das funktionierte wirklich gut, so dass ich trotz eingeleiteter Wehen keine Schmerzmittel brauchte. Zusätzlich versuchte ich mir die Wehen als Wellen vorzustellen und dass sich der Muttermund ganz sanft öffnet. Mein Mann hat mich die ganze Zeit ermutigt richtig zu atmen, mir liebevolle Dinge gesagt und mich gestützt, den Rücken massiert etc. Nach 8 Stunden waren wir auf 7cm Muttermundöffnung und die Wehen waren in echte Geburtswehen übergegangen, 15 Minuten später war der Muttermund vollständig geöffnet. Leider sackten dann die Herztöne von Lotta stark ab. Dies ging dann über eine halbe Stunde so, bis sich die Herztöne nicht mehr erholten – dann musste leider ein Notkaiserschnitt gemacht werden.  Es war wohl bei uns einer solcher Fälle, in denen es gut ist, dass es einen Kaiserschnitt gibt, und eine Freundin von mir, die Hebamme ist und sehr die natürliche Geburt favorisiert, und mich im Vorfeld betreut hat, meinte, dass es in unserem Fall eigentlich keine andere Lösung gegeben hat, weil Lottas Gesundheit sonst auf dem Spiel gestanden wäre. Der Arzt meinte nach dem Kaiserschnitt, dass beim nächsten Mal einer natürlichen Geburt nichts im Wege steht.

Trotzdem wir am Schluss einen Kaiserschnitt hatten – die Geburt war für mich im Vorfeld sowie bei den Wehen ein gutes, eindrucksvolles Erlebnis, und ich hatte das Gefühl, dass ich selbstbestimmt in die Geburt gehe. Ich hatte im Voraus wirklich alles mir mögliche getan, um eine natürliche Geburt zu ermöglichen (externe Wendung, natürliche Geburtseinleitungsmethoden) und ich fühlte mich in Kontrolle beim Veratmen der eingeleiteten und natürlichen Wehen und wählte selbst die Positionen in denen ich sie veratmete. Ich hatte mich auch genau informiert, welche Routinemaßnahmen/Schmerzmittel etc. in dem KH wo ich entband üblich waren und welche davon mehr und welche weniger notwendig (oder zB aufschiebbar) waren bzw. welche ich in Anspruch nehmen wollte oder nicht. Die (sehr liebe und kompetente) Hebamme, die uns bei der Eröffnungsphase betreut hat, hat 2 Mal zu uns (und auch später nochmal zu der Freundin von mir, die Hebamme ist) gesagt, dass sie total beeindruckt ist, wie mein Mann und ich gemeinsam durch die Geburt gehen und ich die Wehen verarbeite, und dass sie hofft, wenn sie mal ein Kind bekommt das genauso zu schaffen. Sie wusste nicht, dass wir uns mit HypnoBirthing vorbereitet hatten und ich finde ihr Kommentar zeigt, dass sowohl die Atemtechnik als auch die starke Einbeziehung des Partners in die Geburtsvorbereitung sehr effektiv sind – denn sie hat sicher schon viele Geburten und damit den Vergleich gesehen.

Danke Birgit für die Gelegenheit, die Geburtsvorbereitung mit HypnoBirthing zu machen!

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